Von Broome aus durch die Kimberley Region in Westaustralien

Unsere Zeit in Broome war für Rieke und mich eine Zeit voller Entscheidungen…

Von Anfang an hatten wir uns versprochen, dass jeder seine Zeit in Australien so gestalten kann, wie er möchte. Auch wenn das bedeutet, dass wir uns mal vorübergehend trennen. In Broome war es dann soweit. Sie wollte zurück nach Darwin und sich dort ein Zimmer nehmen. So richtig mit Bett, Kleiderschrank und so weiter. Das brauchte sie jetzt einfach mal nach dem langen Roadtrip. Nach den Nächten im Zelt und dem Leben aus dem Kofferraum.
Rieke flog also zurück nach Darwin und ich blieb noch eine Weile in Broome. Ich traf einen alten Bekannten wieder: John aus Frankreich begegnete uns zum ersten Mal im Kakadu National Park. Wir unterhielten uns damals eine Weile auf einem Parkplatz und stellten fest, dass wir ungefähr dieselbe Route vorhatten. Wir scherzten „man sieht sich dann in Broome!“ Und das war, was dann auch tatsächlich geschah.SONY DSC

Durch John lernte ich ein paar nette Leute kennen und als er erzählte, er suche jemanden, der mit ihm die Kimberley Region bereist, schlug ich mich selber als Beifahrer vor.

Was sind die Kimberleys??

Die Kimberleys sind ein grosses Gebiet im Norden von West Australien mit einer Größe von 424.517 km2. Das ist so groß wie Deutschland und Österreich zusammen.

Auf australiasnorthwest.com gibt es noch eine detaillierte Karte zum Herunterladen.

Wenn ihr selbst in die Kimberley Region fahren möchtet, solltet ihr euch gut vorbereiten und einige Dinge beachten:

  • Besorgt euch detailliertes Kartenmaterial.
  • Macht euch mit den 4WD Eigenschaften eurer Fahrzeugs vertraut.
  • Nehmt genügend Lebensmittel und vor allem Wasser mit!
  • Beobachtet unterwegs euren Tank, den Verbrauch, die bereits zurückgelegten Kilometer und bringt in Erfahrung, wo sich Tankstellen befinden.
  • Nehmt Benzin, bzw. Diesel in Kanistern mit, falls es an der Tankstelle kein Benzin gibt (so wie es uns passiert ist) oder ihr es nicht mehr bis zur nächsten Station schafft.
  • Ich hatte mir eine Telefonkarte für öffentliche Telefone besorgt. Mit dem Handy hat man in den Kimberleys nämlich keinen Empfang. Vielleicht ist es mittlerweile aber auch schon besser geworden. Mit dieser Telefonkarte konnte ich von der Tankstelle aus Rieke anrufen, die wiederum meinen Eltern bescheid sagen konnte, dass ich noch lebe.
  • Zu guter Letzt: respektiert die Natur und ihre Bewohner. Hinterlasst keine Spuren in Form von Müll oder Zerstörung. Die Kimberleys sind ein wunderschönes Gebiet und das sollen sie auch bleiben.

Das wäre geklärt. Zurück zu  meinem Bericht :)

Man sollte also einen Geländewagen haben, denn es gibt keine festen Straßen und manchmal stehen sie unter Wasser. Ich stellte unseren Ford in Broome ab. Mein Freund James hat einen Freund Brian, in dessen Wohnsiedlung es am sichersten schien.
Am Freitag ging es los. Wir kauften ein, füllten alle Tanks und fuhren Richtung Wildnis. Das Tolle an einem Geländewagen: wenn man müde ist, biegt man einfach ins Gebüsch ab und schläft. Untergrund und Bodenbeschaffenheit egal!
Am nächsten Morgen trafen wir Kevin und Antony, zwei Franzosen, mit Emma und Antonia aus England. Alle vier in einem Camper unterwegs. Wir verbrachten die darauffolgenden 3 Tage also zu sechst. Group Kimberley

Unsere erste Station war Tunnel Creek

Jetzt in der Trockenzeit kann man den Flusslauf entlangwandern. Und ein Teil führt durch eine Höhle bzw. Tunnel. Teilweise muss man durch hüfthohes Wasser stapfen und man braucht eine gute Taschenlampe. Für mich ein faszinierender Ort.

tunnel creek

Abends suchten wir uns ein schönes Fleckchen zum Campen. Die Jungs gingen Holz sammeln und dann kochten wir, aßen und saßen am Lagerfeuer.SONY DSC

SONY DSC
Windjana Gorge

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Windjana Gorge. Hier sieht man, wie die Krokodile sich am Ufer sonnen. Und man kann ganz nah ran. Frischwasser Krokodile sind harmlos und scheu. Nur wenn man sie ärgert können sie aggressiv werden. OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA
Wir machten einen längeren Spaziergang. Die Jungs waren etwas ausdauernder als wir Mädels. Wir gingen früher zurück, was auch mal schön war, denn so konntenwir mal über Mädchenkram reden.
Am späten Nachmittag suchten wir wieder einen Ort mitten im Busch. Immer sehr spannend mit dem Campingbus von Kev und Antony, weil der nicht wirklich geländetauglich war. Nach dem Frühstück trennten sich unsere Wege. Die anderen fuhren zur Hauptstrasse zurück um auf Darwin zuzusteuern. Für John und mich ging es in die andere Richtung. Tiefer in die Kimberleys hinein.

puddle
Wir brauchten Benzin… An der nächstgelegenen Tankstelle  wartete die Überraschung: es gibt nur Diesel. Der Grund: angeblich schnüffeln die Aborigenies Benzin….na toll. Aber wenigstens konnten wir hier nach 4 Tagen endlich duschen! OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA Wir fuhren 80km weiter zur nächsten Tankstelle. Fragt mich nicht, warum sie dann dort Benzin verfügbar hatten! Es war zwar ein etwas längerer Weg, der nicht unbedingt geplant war, aber wir wurden belohnt! Mit einem Fleckchen Erde namens

Manning Gorge

Ein paar Wasserlöcher, die in der Regenzeit miteinander ‚verschmelzen’ und tosende Wasserfälle verursachen. Aber jetzt war es schön ruhig.
Der Weg vom Campingplatz zum Wasser ist wunderschön. Alles in der Kimberley Region ist sehr naturbelassen. Keine angelegten Wege. Nur ab und zu zeigt eine Markierung, ob man noch auf dem richtigen Pfad ist. Oft muss man klettern um weiter zu kommen.Der See ist ein Traum. Seht selbst:

Manning Gorge
Wir verbrachten den kompletten Tag hier. John fischte unser Abendessen und ich konnte einfach nur entspannen und schwimmen.
fishing Manning Gorge

Zurück am Campingplatz kamen wir ins Gespräch mit John und Rex. Zwei Australier auf der Durchreise. Nach dem Essen saßen wir noch länger mit den beiden zusammen.
Und zack war es auch schon Mittwoch! Wir machten uns auf den Rückweg und auf dem gab es noch einiges zu entdecken.

Bell Gorge:

Bell Gorge 2

Bell GorgeGalvans Gorge: Galvans Gorge

Donnerstag Abend erreichten wir Broome. Ich war sehr, sehr erleichtert wieder in der Zivilisation zu sein.Ich liebe die australische Wildnis und ich liebe das Campen, aber so ein Supermarkt ist schon was Feines!

Was tun, wenn man mit seinem Mitreisenden nicht so gut klar kommt?

Man muss miteinander reden. Mit John kam ich im Großen und Ganzen auch super klar! Jeder hat andere Erwartungen und bei uns kamen noch kulturelle Unterschiede hinzu. Er hatte ein paar (in meinen Augen) verrückte Ansichten und wir hatten die ein oder andere Auseinandersetzung. Aber das ist normal, wenn man sich nicht kennt und auf einmal 24 Stunden pro Tag miteinander verbringt. Aber wir lernten uns mehr und mehr kennen und wissen jetzt wie der andere tickt. Erfahrungswerte, von denen wir nur profitieren können! Danach brauchte ich aber erst einmal eine Pause von ihm :D

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